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Das Wesen der Gegenseitigkeit

 

Der Gegenseitigkeitsgedanke im deutschen Versicherungswesen berührt das Wesen der Versicherung überhaupt. Versicherung wird definiert als die Deckung eines im Einzelnen ungewissen, insgesamt aber schätzbaren Geldbedarfs auf der Grundlage eines durch Zusammenfassung einer genügend großen Anzahl von Einzelwirtschaften herbeigeführten Risikoausgleichs (Gabler Versicherungslexikon).
Somit wird das Tatbestandsmerkmal der Gegenseitigkeit als Eckpfeiler der Versicherung deutlich. Die Gegenseitigkeit realisiert sich im Rahmen eines Risikotransfers gegen Beitrags- oder Prämienzahlung durch Risikoausgleich im Kollektiv. Das zufallsbedingte Risiko des Einzelnen und die Zusammenfassung einer genügend großen Anzahl von Risiken wird verknüpft durch das Tatbestandsmerkmal der Gegenseitigkeit. Eine Versicherung ohne Gegenseitigkeit ist somit nicht denkbar.

Die Gegenseitigkeit im engeren und eigentlichen Sinne wird von den Versicherungsvereinen verkörpert. Während bei der Versicherungsaktiengesellschaft die Versicherungsnehmer keine "Mitunternehmerstellung" erlangen, öffnet sich der Versicherungsverein nicht nur den ursprünglichen Gründern, sondern auch später hinzutretenden Versicherungsnehmern, so dass es zu einer Geschäftstätigkeit auf gemeinsame Rechnung kommt. Das "mitunternehmerische" Prinzip des Versicherungsvereins setzt den Gegenseitigkeitsgedanken in der Weise um, dass der Verein als versicherungsgebende juristische Person gebildet wird und eigene Rechtsträgerschaft auch gegenüber den Mitgliedern besitzt.


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