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Mythos Demutualisierung

 

Demutualisierung wird verstanden als Umwandlung eines VVaG in eine andere Rechtsform in Gestalt einer Aktiengesellschaft. Die fehlende Möglichkeit der Aufnahme von Eigenkapital über den Kapitalmarkt und angebliche Schwierigkeiten bei der Darstellung von Solvabilität sollen zwangsläufig zur Demutualisierung führen. Diese Ansicht wird vorgetragen von Investmentbankern, Analysten und größere Rechtsanwaltskanzleien, die Demutualisierung zu einem Modethema machen wollen, um Bedarf zu generieren. Sie würden schließlich von dem komplizierten und aufwendigen Verfahren einer Demutualisierung profitieren.

Die Demutualisierung ist für die VVaG deshalb kein Thema, weil die angesprochenen Solvabilitätsprobleme und die nicht ausreichende Inanspruchmöglichkeit des Kapitalmarktes nicht dazu führen, die VVaG in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung nachhaltig zu hemmen. Tatsache ist vielmehr, dass die VVaG Eigenkapital in hohem Maße durch Thesaurierung entstandener - und versteuerter - Gewinne bilden. Dies tun sie in größerem Umfang als Aktiengesellschaften, die aufgrund der Bedürfnisse ihrer Anteilseigner zur Ausschüttung verpflichtet sind. Hier bestehende Unterschiede in der Eigenkapitalbeschaffung haben praktisch in keinem Fall dazu geführt, einen VVaG in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Die eingeschränkte Kapitalmarktfähigkeit der VVaG muß nicht zu einer Demutualisierung führen. Den VVaG ist der unmittelbare erleichterte Zugang zur Beschaffung von Eigenkapital über die Börse nicht möglich. Als Alternative zur Kapitalbeschaffung bieten sich zum Beispiel börsennotierte Genußrechte an. Eine weitere Möglichkeit, den Kapitalmarkt zu nutzen, besteht durch die Schaffung von Tochterunternehmen in Form von Aktiengesellschaften und Bündelung von Aktivitäten in Zwischenholdings. Dies bietet die Chance an die Börse zu gehen, wenn ein ausreichendes Volumen geschaffen wurde.


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